PaIi-Urtext : Digha-Nikäya XXII, Mahä-Satipatthäna Sutta und Majjhima-Nikiya X, Satipatthina Sutta
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Einst weilte der Vollerwachte im Kuru-Land in einem Dorf mit Namen Kammässadhamma.
Dort wandte er sich mit folgender Rede an die Bhikkhus :
Es gibt, Bhikkhus, nur eine Methode, die zur Befreiung der Lebewesen führt, zum Aufhören von Qual und Leid, zum Ende der Unbefriedigung, zum Finden des richtigen Weges, zu Nirwana.
Diese Methode besteht aus den vier Arten der Achtsamkeit.
Dies sind die vier Arten.

Nachdem der Bhikkhu Freiheit erlangt hat von Hoffnung und Furcht, richtet er unaufhörlich, vollbewusst und konzentriert Achtsamkeit auf seinen Körper, auf seine Gefühle, auf sein Denken und auf die Objekte seines Denkens.

Wie nun richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen Körper ?
Er geht in den Wald oder läßt sich nieder unter einem freistehenden Baum oder sucht einen Raum, den er mit niemandem zu teilen braucht.
Dort setzt er sich nieder mit gekreuzten Beinen.
Den Leib richtet er gerade auf.
So richtet er Achtsamkeit auf seinen Körper.
Und achtsam atmet er ein, achtsam atmet er aus.

Atmet er tief ein, ist er sich bewusst : Ich atme tief ein.
Atmet er tief aus, ist er sich bewusst : Ich atme tief aus.
Atmet er flach ein, ist er sich bewusst : Ich atme flach ein.
Atmet er flach aus, ist er sich bewusst : Ich atme flach aus.
So übt er, Achtsamkeit auf den Körper richtend, achtsam ein- und auszuatmen.
Und ferner übt er, so ein- und auszuatmen, dass der Körper zur Ruhe kommt.

So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet Achtsamkeit auf das Körper-Innen und das Körper-Außen und betrachtet achtsam auch die Körper anderer Menschen.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom körperlichen Entstehen und Zerfallen.
Er weiß jetzt :

Ein Körper ist da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke der Achtsamkeit allein Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen Körper.

Ferner, Bhikkhus, richtet der Bhikkhu Achtsamkeit aufs Gehen, wenn er geht; aufs Stehen, wenn er steht; aufs Sitzen oder Liegen, wenn er sitzt oder liegt; voll konzentriert richtet der Bhikkhu Achtsamkeit aufs Kommen und Gehen, wenn er kommt und geht; aufs Hinblicken und Fortblicken, aufs Beugen und Strecken der Gliedmaßen, aufs Tragen der Unterrobe und der Oberrobe, aufs Handhaben der Almosenschale. Voll konzentriert richtet er Achtsamkeit aufs Essen, Trinken, Kauen, Schlucken, auf das Entleeren von Darm und Blase.
Voll konzentriert richtet er Achtsamkeit aufs Einschlafen, Erwachen, Sprechen und Schweigen.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen Körper.

Ferner, Bhikkhus, richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen von Haut umhüllten Körper und auf das, was dieser enthält : Haupthaare, Körperhaare, Nägel, Zähne, Haut, Fleisch, Sehnen, Knochen, Mark, Nieren, Herz, Leber, Zwerchfell, Milz, Lunge, Magen, Därme, Kot, Galle, Schleim, Lymphe, Blut, Schweiß, Fett, Tränen, Speichel, Nasenschleim, Gelenköl, Urin.
So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet Achtsamkeit auf das Körper-Innen und das Körper-Außen und betrachtet achtsam auch die Körper anderer Menschen.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom körperlichen Entstehen und Zerfallen.
Er weiß jetzt :

Ein Körper ist da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen Körper.

Ferner, Bhikkhus, richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf eine Leiche in verschiedenen Stadien der Verwesung. Was er dabei erkennt, wendet er auf den eigenen Körper an und wird sich bewusst :
Dieser Körper besteht aus den gleichen Stoffen wie die Leiche, wird werden wie diese, und nichts kann dies verhindern.
So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet Aufmerksamkeit auf das Körper-Innen und das Körper-Außen und betrachtet achtsam auch die Körper anderer Menschen.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom körperlichen Entstehen und Zerfallen.
Er weiß jetzt :
Ein Körper ist da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen Körper.

Wie nun richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf seine Gefühle ?
Verspürt er ein angenehmes Gefühl, ist er sich bewusst : Ich verspüre ein angenehmes Gefühl. Verspürt er ein unangenehmes Gefühl, ist er sich bewusst : Ich verspüre ein unangenehmes Gefühl. Verspürt er ein Gefühl, das weder angenehm noch unangenehm ist, ist er sich bewusst : Ich verspüre ein weder angenehmes noch unangenehmes Gefühl.
So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet Achtsamkeit auf innere und äußere Gefühle und auf die Gefühle anderer Menschen.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom Entstehen und Zerfallen der Gefühle.
Er weiß jetzt :
Gefühle sind da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seine Gefühle.

Wie nun richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf sein Denken ?
Er ist sich begehrlicher Gedanken als begehrlicher Gedanken bewusst, begierdeloser Gedanken als begierdeloser Gedanken, hasserfüllter Gedanken als hasserfüllter Gedanken, hassfreier Gedanken als hassfreier Gedanken, verwirrter Gedanken als verwirrter Gedanken, geordneter Gedanken als geordneter Gedanken, konzentrierter Gedanken als konzentrierter Gedanken, zerstreuter Gedanken als zerstreuter Gedanken, erhabener Gedanken als erhabener Gedanken, niedriger Gedanken als niedriger Gedanken, befreiter Gedanken als befreiter Gedanken, unfreier Gedanken als unfreier Gedanken.
So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet Achtsamkeit auf sein Denken von innen und außen und auf das Denken anderer Menschen.
Er weiß jetzt :
Denken ist da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf sein Denken.

Wie nun richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte seines Denkens ?
Er konzentriert Achtsamkeit auf die Denkobjekte unter dem Blickwinkel der Fünf Widerstände.
Wie geht das vonstatten ?
Nimmt er in sich sinnliches Begehren wahr, ist er sich des Vorhandenseins sinnlichen Begehrens bewusst. Nimmt er kein sinnliches Begehren wahr, so ist er sich des Nichtvorhandenseins sinnlichen Begehrens bewusst. Er ist sich bewusst, wie sinnliches Begehren aufkeimt, wo es nicht vorhanden war. Er ist sich bewusst, wie sinnliches Begehren, aufgekeimt, vernichtet wird. Er ist sich bewusst, wie einmal vernichtetes sinnliches Begehren am erneuten Aufkeimen gehindert wird.
Nimmt er Zorn in sich wahr, ist er sich des Vorhandenseins von Zorn bewusst. Nimmt er keinen Zorn wahr, ist er sich des Nichtvorhandenseins von Zorn bewusst. Er ist sich bewusst, wie Zorn aufkeimt, wo er nicht vorhanden war. Er ist sich bewusst, wie Zorn, aufgekeimt, vernichtet wird. Er ist sich bewusst, wie einmal vernichteter Zorn am erneuten Aufkeimen gehindert wird.
Nimmt er in sich Trägheit und Lähmung wahr, ist er sich des Vorhandenseins von Trägheit und Lähmung bewusst. Nimmt er weder Trägheit noch Lähmung wahr, ist er sich des Nichtvorhandenseins von Trägheit und Lähmung bewusst. Er ist sich bewusst, wie Trägheit und Lähmung aufkeimen, wo sie nicht vorhanden waren. Er ist sich bewusst, wie Trägheit und Lähmung, aufgekeimt, vernichtet werden. Er ist sich bewusst, wie einmal vernichtete Trägheit und Lähmung am erneuten Aufkeimen gehindert werden.
Nimmt er in sich Unruhe und Ärger wahr, ist er sich des Vorhandenseins von Unruhe und Ärger bewusst. Nimmt er weder Unruhe noch Ärger wahr, ist er sich des Nichtvorhandenseins von Unruhe und Ärger bewusst. Er ist sich bewusst, wie Unruhe und Ärger aufkeimen, wo sie nicht vorhanden waren. Er ist sich bewusst, wie Unruhe und Ärger, aufgekeimt, vernichtet werden. Er ist sich bewusst, wie einmal vernichtete Unruhe und Ärger am erneuten Aufkeimen gehindert werden.
Nimmt er Zweifel in sich wahr, ist er sich des Vorhandenseins von Zweifel bewusst. Nimmt er keinen Zweifel wahr, ist er sich des Nichtvorhandenseins von Zweifel bewusst. Er ist sich bewusst, wie Zweifel aufkeimt, wo er nicht vorhanden war. Er ist sich bewusst, wie Zweifel, aufgekeimt, vernichtet wird. Er ist sich bewusst, wie einmal vernichteter Zweifel am erneuten Aufkeimen gehindert wird.
So richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte seines Denkens unter dem Blickwinkel der Fünf Widerstände.

Ferner konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte seines Denkens unter dem Blickwinkel der Fünf Stationen des Anhaftens.
Wie geht das vonstatten ?
Er ist sich bewusst :
Dies ist Körperlichkeit, so entsteht Körperlichkeit, so zerfällt Körperlichkeit.
Dies sind Gefühle, so entstehen Gefühle, so zerfallen Gefühle.
Dies sind Wahrnehmungen, so entstehen Wahrnehmungen, so zerfallen Wahrnehmungen.
Dies sind Geistige Gestaltungen, so entstehen Geistige Gestaltungen, so zerfallen Geistige Gestaltungen.
Dies ist Bewusstsein, so entsteht Bewusstsein, so zerfällt Bewusstsein.
So richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte seines Denkens unter dem Blickwinkel der Fünf Stationen des Anhaftens.

Ferner konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte seines Denkens unter dem Blickwinkel der Sechs Inneren und Äußeren Sinnessphären.
Wie geht das vonstatten ?
Er ist sich bewusst :
Dies ist ein Auge, das ist ein Gegenstand.
Er ist sich bewusst :
Aus solchem Zusammentreffen von Sehorgan und Sehobjekt entsteht Verhaftung.
Er ist sich bewusst, wie Verhaftung entsteht, wo keine vorhanden war.
Er ist sich bewusst, wie entstandene Verhaftung vernichtet wird.
Er ist sich bewusst, wie vernichtete Verhaftung am erneuten Entstehen gehindert wird.
Er ist sich des Ohres als des Hörorgans und der Töne als der Hörobjekte bewusst; der Nase als des Riechorgans und der Düfte als der Riechobjekte; des Gaumens als des Schmeckorgans und der Gewürze als der Schmeckobjekte; der Nerven als der Tastorgane und der Dinge als der Tastobjekte; des Geistes als des Denkorgans und der Gedanken als der Denkobjekte.
Er ist sich bewusst, wie aus dem Zusammentreffen von Organ und Objekt Verhaftung entsteht, wo keine vorhanden war.
Er ist sich bewusst, wie entstandene Verhaftung vernichtet wird.
Er ist sich bewusst, wie vernichtete Verhaftung am erneuten Entstehen gehindert wird.
So richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte seines Denkens unter dem Blickwinkel der Sechs Inneren und Äußeren Sinnessphären.

Ferner konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte seines Denkens unter dem Blickwinkel der Vier Hohen Wahrheiten.
Wie geht das vonstatten ?
Zweifelsfrei ist er sich bewusst :
Dies ist die Unbefriedigung.
Zweifelsfrei ist er sich bewusst :
Dies ist die Ursache der Unbefriedigung.
Zweifelsfrei ist er sich bewusst :
Dies ist das Ende der Unbefriedigung.
Zweifelsfrei ist er sich bewusst :
Dies ist die Methode, die zum Ende der Unbefriedigung führt.

So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte seines Denkens unter dem BIickwinckel der Vier Hohen Wahrheiten.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom Entstehen und Zerfallen der Denkobjekte.
Er weiß jetzt :
Denkobjekte sind da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte seines Denkens.

Es gibt nur eine Methode, Bhikkhus, die zur Befreiung der Lebewesen führt, zum Aufhören von Qual und Leid, zum Ende der Unbefriedigung, zum Finden des richtigen Weges, zu Nirwana.
Diese Methode besteht aus den Vier Arten der Achtsamkeit.
Dies sind die Vier Arten :
Nachdem der Bhikkhu Freiheit erlangt hat von Hoffnung und Furcht, richtet er unaufhörlich, vollbewusst und konzentriert Achtsamkeit auf seinen Körper, auf seine Gefühle, auf sein Denken und auf die Objekte seines Denkens.

So sprach der Vollerwachte, und die Bhikkhus wurden glückselig durch seine Rede.