Einst weilte
der Vollerwachte im Kuru-Land in einem Dorf mit
Namen Kammässadhamma.
Dort wandte er sich mit folgender Rede an die
Bhikkhus :
Es gibt, Bhikkhus, nur eine Methode, die zur
Befreiung der Lebewesen führt, zum Aufhören von
Qual und Leid, zum Ende der Unbefriedigung, zum
Finden des richtigen Weges, zu Nirwana.
Diese Methode besteht aus den vier Arten der
Achtsamkeit.
Dies sind die vier Arten.
Nachdem der Bhikkhu Freiheit erlangt hat von
Hoffnung und Furcht, richtet er unaufhörlich,
vollbewusst und konzentriert Achtsamkeit auf
seinen Körper, auf seine Gefühle, auf sein Denken
und auf die Objekte seines Denkens.
Wie nun richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen
Körper ?
Er geht in den Wald oder läßt sich nieder unter
einem freistehenden Baum oder sucht einen Raum,
den er mit niemandem zu teilen braucht.
Dort setzt er sich nieder mit gekreuzten Beinen.
Den Leib richtet er gerade auf.
So richtet er Achtsamkeit auf seinen Körper.
Und achtsam atmet er ein, achtsam atmet er aus.
Atmet er tief ein, ist er sich bewusst : Ich atme
tief ein.
Atmet er tief aus, ist er sich bewusst : Ich atme
tief aus.
Atmet er flach ein, ist er sich bewusst : Ich atme
flach ein.
Atmet er flach aus, ist er sich bewusst : Ich atme
flach aus.
So übt er, Achtsamkeit auf den Körper richtend,
achtsam ein- und auszuatmen.
Und ferner übt er, so ein- und auszuatmen, dass
der Körper zur Ruhe kommt.
So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet
Achtsamkeit auf das Körper-Innen und das
Körper-Außen und betrachtet achtsam auch die
Körper anderer Menschen.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom
körperlichen Entstehen und Zerfallen.
Er weiß jetzt :
Ein Körper ist da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke
der Achtsamkeit allein Gleichzeitig ist er frei
und haftet an nichts in der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen
Körper.
Ferner, Bhikkhus, richtet der Bhikkhu Achtsamkeit
aufs Gehen, wenn er geht; aufs Stehen, wenn er
steht; aufs Sitzen oder Liegen, wenn er sitzt oder
liegt; voll konzentriert richtet der Bhikkhu
Achtsamkeit aufs Kommen und Gehen, wenn er kommt
und geht; aufs Hinblicken und Fortblicken, aufs
Beugen und Strecken der Gliedmaßen, aufs Tragen
der Unterrobe und der Oberrobe, aufs Handhaben der
Almosenschale. Voll konzentriert richtet er
Achtsamkeit aufs Essen, Trinken, Kauen, Schlucken,
auf das Entleeren von Darm und Blase.
Voll konzentriert richtet er Achtsamkeit aufs
Einschlafen, Erwachen, Sprechen und Schweigen.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen
Körper.
Ferner, Bhikkhus, richtet der Bhikkhu Achtsamkeit
auf seinen von Haut umhüllten Körper und auf das,
was dieser enthält : Haupthaare, Körperhaare,
Nägel, Zähne, Haut, Fleisch, Sehnen, Knochen,
Mark, Nieren, Herz, Leber, Zwerchfell, Milz,
Lunge, Magen, Därme, Kot, Galle, Schleim, Lymphe,
Blut, Schweiß, Fett, Tränen, Speichel,
Nasenschleim, Gelenköl, Urin.
So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet
Achtsamkeit auf das Körper-Innen und das
Körper-Außen und betrachtet achtsam auch die
Körper anderer Menschen.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom
körperlichen Entstehen und Zerfallen.
Er weiß jetzt :
Ein Körper ist da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke
der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in
der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen
Körper.
Ferner, Bhikkhus, richtet der Bhikkhu Achtsamkeit
auf eine Leiche in verschiedenen Stadien der
Verwesung. Was er dabei erkennt, wendet er auf den
eigenen Körper an und wird sich bewusst :
Dieser Körper besteht aus den gleichen Stoffen wie
die Leiche, wird werden wie diese, und nichts kann
dies verhindern.
So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet
Aufmerksamkeit auf das Körper-Innen und das
Körper-Außen und betrachtet achtsam auch die
Körper anderer Menschen.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom
körperlichen Entstehen und Zerfallen.
Er weiß jetzt :
Ein Körper ist da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke
der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in
der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seinen
Körper.
Wie nun richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf seine
Gefühle ?
Verspürt er ein angenehmes Gefühl, ist er sich
bewusst : Ich verspüre ein angenehmes Gefühl.
Verspürt er ein unangenehmes Gefühl, ist er sich
bewusst : Ich verspüre ein unangenehmes Gefühl.
Verspürt er ein Gefühl, das weder angenehm noch
unangenehm ist, ist er sich bewusst : Ich verspüre
ein weder angenehmes noch unangenehmes Gefühl.
So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet
Achtsamkeit auf innere und äußere Gefühle und auf
die Gefühle anderer Menschen.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom
Entstehen und Zerfallen der Gefühle.
Er weiß jetzt :
Gefühle sind da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke
der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in
der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf seine
Gefühle.
Wie nun richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf sein
Denken ?
Er ist sich begehrlicher Gedanken als begehrlicher
Gedanken bewusst, begierdeloser Gedanken als
begierdeloser Gedanken, hasserfüllter Gedanken als
hasserfüllter Gedanken, hassfreier Gedanken als
hassfreier Gedanken, verwirrter Gedanken als
verwirrter Gedanken, geordneter Gedanken als
geordneter Gedanken, konzentrierter Gedanken als
konzentrierter Gedanken, zerstreuter Gedanken als
zerstreuter Gedanken, erhabener Gedanken als
erhabener Gedanken, niedriger Gedanken als
niedriger Gedanken, befreiter Gedanken als
befreiter Gedanken, unfreier Gedanken als unfreier
Gedanken.
So konzentriert sich der Bhikkhu und richtet
Achtsamkeit auf sein Denken von innen und außen
und auf das Denken anderer Menschen.
Er weiß jetzt :
Denken ist da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke
der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in
der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf sein
Denken.
Wie nun richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf die
Objekte seines Denkens ?
Er konzentriert Achtsamkeit auf die Denkobjekte
unter dem Blickwinkel der Fünf Widerstände.
Wie geht das vonstatten ?
Nimmt er in sich sinnliches Begehren wahr, ist er
sich des Vorhandenseins sinnlichen Begehrens
bewusst. Nimmt er kein sinnliches Begehren wahr,
so ist er sich des Nichtvorhandenseins sinnlichen
Begehrens bewusst. Er ist sich bewusst, wie
sinnliches Begehren aufkeimt, wo es nicht
vorhanden war. Er ist sich bewusst, wie sinnliches
Begehren, aufgekeimt, vernichtet wird. Er ist sich
bewusst, wie einmal vernichtetes sinnliches
Begehren am erneuten Aufkeimen gehindert wird.
Nimmt er Zorn in sich wahr, ist er sich des
Vorhandenseins von Zorn bewusst. Nimmt er keinen
Zorn wahr, ist er sich des Nichtvorhandenseins von
Zorn bewusst. Er ist sich bewusst, wie Zorn
aufkeimt, wo er nicht vorhanden war. Er ist sich
bewusst, wie Zorn, aufgekeimt, vernichtet wird. Er
ist sich bewusst, wie einmal vernichteter Zorn am
erneuten Aufkeimen gehindert wird.
Nimmt er in sich Trägheit und Lähmung wahr, ist er
sich des Vorhandenseins von Trägheit und Lähmung
bewusst. Nimmt er weder Trägheit noch Lähmung
wahr, ist er sich des Nichtvorhandenseins von
Trägheit und Lähmung bewusst. Er ist sich bewusst,
wie Trägheit und Lähmung aufkeimen, wo sie nicht
vorhanden waren. Er ist sich bewusst, wie Trägheit
und Lähmung, aufgekeimt, vernichtet werden. Er ist
sich bewusst, wie einmal vernichtete Trägheit und
Lähmung am erneuten Aufkeimen gehindert werden.
Nimmt er in sich Unruhe und Ärger wahr, ist er
sich des Vorhandenseins von Unruhe und Ärger
bewusst. Nimmt er weder Unruhe noch Ärger wahr,
ist er sich des Nichtvorhandenseins von Unruhe und
Ärger bewusst. Er ist sich bewusst, wie Unruhe und
Ärger aufkeimen, wo sie nicht vorhanden waren. Er
ist sich bewusst, wie Unruhe und Ärger,
aufgekeimt, vernichtet werden. Er ist sich
bewusst, wie einmal vernichtete Unruhe und Ärger
am erneuten Aufkeimen gehindert werden.
Nimmt er Zweifel in sich wahr, ist er sich des
Vorhandenseins von Zweifel bewusst. Nimmt er
keinen Zweifel wahr, ist er sich des
Nichtvorhandenseins von Zweifel bewusst. Er ist
sich bewusst, wie Zweifel aufkeimt, wo er nicht
vorhanden war. Er ist sich bewusst, wie Zweifel,
aufgekeimt, vernichtet wird. Er ist sich bewusst,
wie einmal vernichteter Zweifel am erneuten
Aufkeimen gehindert wird.
So richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte
seines Denkens unter dem Blickwinkel der Fünf
Widerstände.
Ferner konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf
die Objekte seines Denkens unter dem Blickwinkel
der Fünf Stationen des Anhaftens.
Wie geht das vonstatten ?
Er ist sich bewusst :
Dies ist Körperlichkeit, so entsteht
Körperlichkeit, so zerfällt Körperlichkeit.
Dies sind Gefühle, so entstehen Gefühle, so
zerfallen Gefühle.
Dies sind Wahrnehmungen, so entstehen
Wahrnehmungen, so zerfallen Wahrnehmungen.
Dies sind Geistige Gestaltungen, so entstehen
Geistige Gestaltungen, so zerfallen Geistige
Gestaltungen.
Dies ist Bewusstsein, so entsteht Bewusstsein, so
zerfällt Bewusstsein.
So richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte
seines Denkens unter dem Blickwinkel der Fünf
Stationen des Anhaftens.
Ferner konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf
die Objekte seines Denkens unter dem Blickwinkel
der Sechs Inneren und Äußeren Sinnessphären.
Wie geht das vonstatten ?
Er ist sich bewusst :
Dies ist ein Auge, das ist ein Gegenstand.
Er ist sich bewusst :
Aus solchem Zusammentreffen von Sehorgan und
Sehobjekt entsteht Verhaftung.
Er ist sich bewusst, wie Verhaftung entsteht, wo
keine vorhanden war.
Er ist sich bewusst, wie entstandene Verhaftung
vernichtet wird.
Er ist sich bewusst, wie vernichtete Verhaftung am
erneuten Entstehen gehindert wird.
Er ist sich des Ohres als des Hörorgans und der
Töne als der Hörobjekte bewusst; der Nase als des
Riechorgans und der Düfte als der Riechobjekte;
des Gaumens als des Schmeckorgans und der Gewürze
als der Schmeckobjekte; der Nerven als der
Tastorgane und der Dinge als der Tastobjekte; des
Geistes als des Denkorgans und der Gedanken als
der Denkobjekte.
Er ist sich bewusst, wie aus dem Zusammentreffen
von Organ und Objekt Verhaftung entsteht, wo keine
vorhanden war.
Er ist sich bewusst, wie entstandene Verhaftung
vernichtet wird.
Er ist sich bewusst, wie vernichtete Verhaftung am
erneuten Entstehen gehindert wird.
So richtet der Bhikkhu Achtsamkeit auf die Objekte
seines Denkens unter dem Blickwinkel der Sechs
Inneren und Äußeren Sinnessphären.
Ferner konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf
die Objekte seines Denkens unter dem Blickwinkel
der Vier Hohen Wahrheiten.
Wie geht das vonstatten ?
Zweifelsfrei ist er sich bewusst :
Dies ist die Unbefriedigung.
Zweifelsfrei ist er sich bewusst :
Dies ist die Ursache der Unbefriedigung.
Zweifelsfrei ist er sich bewusst :
Dies ist das Ende der Unbefriedigung.
Zweifelsfrei ist er sich bewusst :
Dies ist die Methode, die zum Ende der
Unbefriedigung führt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf die
Objekte seines Denkens unter dem BIickwinckel der
Vier Hohen Wahrheiten.
So begreift er den gesetzmäßigen Prozess vom
Entstehen und Zerfallen der Denkobjekte.
Er weiß jetzt :
Denkobjekte sind da.
Dieses Wissen trägt er im Bewusstsein zum Zwecke
der Achtsamkeit allein.
Gleichzeitig ist er frei und haftet an nichts in
der Welt.
So konzentriert der Bhikkhu Achtsamkeit auf die
Objekte seines Denkens.
Es gibt nur eine Methode, Bhikkhus, die zur
Befreiung der Lebewesen führt, zum Aufhören von
Qual und Leid, zum Ende der Unbefriedigung, zum
Finden des richtigen Weges, zu Nirwana.
Diese Methode besteht aus den Vier Arten der
Achtsamkeit.
Dies sind die Vier Arten :
Nachdem der Bhikkhu Freiheit erlangt hat von
Hoffnung und Furcht, richtet er unaufhörlich,
vollbewusst und konzentriert Achtsamkeit auf
seinen Körper, auf seine Gefühle, auf sein Denken
und auf die Objekte seines Denkens.
So sprach der Vollerwachte, und die Bhikkhus
wurden glückselig durch seine Rede.